Eine Eishockeyspielerin beschleunigt, die Bewegung verwischt. In der nächsten Aufnahme wird derselbe schnelle Sport in Zeitlupe lesbar. Paula Simon und Michael Pointvogel zeigen im Nikon-DACH-Video, wie sie solche unterschiedlichen Bildwirkungen nutzen – und warum die interessantesten Aufnahmen oft kurz vor oder nach der eigentlichen Aktion entstehen.

Paula begleitet für den Dreh die Eishockeyspielerin Daria Gleißner. Michael unterstützt sie; gemeinsam stellen sie Aufnahmemöglichkeiten der Nikon ZR vor. Der rund fünfminütige Film verbindet zwei technische Demonstrationen mit ihrem Blick auf Menschen und Emotionen im Sport.

Das Originalvideo auf YouTube ansehen Nikon DACH · mit Paula Simon und Michael Pointvogel

Ab 1:10: Eine lange Verschlusszeit für spürbare Dynamik

Im ersten Technikabschnitt geht es um Slow Shutter. Die Verschlusszeit wird bewusst verlängert, damit schnelle Bewegungen verwischen. Als Beispielwert wird 1/10 Sekunde genannt. Gerade Eishockey und Fußball bieten dafür viel Bewegung, deren Geschwindigkeit sich auf diese Weise im Bild ausdrücken lässt.

Der Film beschreibt zwei Vorgehensweisen: Die Kamera kann dem Motiv folgen, oder sie bleibt stehen, während Spielerinnen und Spieler durch den Ausschnitt laufen. Dadurch entstehen unterschiedliche Bewegungsmuster. Slow Shutter wird als gestalterisches Element vorgestellt, mit dem eine Sequenz mehr Dynamik erhält. Entscheidend ist die Bildwirkung, die beim Ausprobieren entsteht.

Den Abschnitt zu Slow Shutter ansehen ↗

Ab 2:18: Der Vergleich mit 25, 120 und 240 Bildern

Danach zeigt Paula den Zeitlupenvergleich auf dem Eis. Sie nennt die Möglichkeit der ZR, 240 Bilder pro Sekunde aufzunehmen. Die Aufnahmen werden mit 25, 120 und 240 Bildern pro Sekunde gegenübergestellt, damit die Unterschiede im Bewegungsablauf sichtbar werden.

Ihre Erklärung: Je mehr Einzelbilder aufgenommen werden, desto stärker lässt sich eine Szene anschließend verlangsamen. Bei einer schnellen Sportart werden so Bewegungsphasen länger sichtbar, die in normalem Tempo rasch vorbeiziehen. Während der Slow-Shutter-Abschnitt die Bewegung verwischen lässt, dehnt die Zeitlupe ihren Ablauf zeitlich aus.

Den Bildratenvergleich ansehen ↗

Ab 3:23: Auch neben dem Spiel nach Bildern suchen

Im folgenden Abschnitt verschiebt sich der Schwerpunkt von den Einstellungen zur Beobachtung. Genannt werden Blicke ins Publikum, Spiegelungen und vorhandene Linien im Raum. Solche Perspektiven können selbst im hektischen Umfeld zu einem Bild führen, das beim bloßen Verfolgen der Aktion unbemerkt bliebe.

Auch die Rolle der Schärfe wird eingeordnet: Manche Bilder brauchen eine kurze Verschlusszeit und klar erkennbare Details; andere gewinnen durch bewusste Bewegungsunschärfe. Die passende Entscheidung richtet sich danach, was die Aufnahme ausdrücken soll.

Besonders prägnant ist der Gedanke zu den Sekunden rund um ein Ereignis. Der Torschuss, das Tor oder der Jubel sind die offensichtlichen Höhepunkte. Der Film lenkt den Blick zusätzlich auf die Zeit unmittelbar davor und danach, wenn sich Gefühle aufbauen oder unverstellt zeigen. Dort suchen die Filmschaffenden nach charaktervollen Momenten.

Den Abschnitt über entscheidende Momente ansehen ↗

Ab 4:32: Was hinter der Sportlerin steckt

Zum Schluss erklärt Paula, dass sie echte Emotionen festhalten möchte. Dazu gehört gelegentlich auch Glück: am passenden Ort zu sein und die Kamera bereits laufen zu haben. Ihr Interesse reicht aber über die einzelne sportliche Szene hinaus.

Sie möchte verstehen, welchen Weg eine Person zurückgelegt hat, wie sie mit Rückschlägen umgeht und welche Bedeutung der Sport für sie hat. Diesen Fragen ist sie bei Daria nachgegangen. Als Fortsetzung verweist der Film auf die Dokumentation über Daria Gleißner ↗.

Den Blick für den Menschen ins eigene Porträt mitnehmen

Am Ende führt Paula den Film zu der Person hinter dem Sport zurück: zu ihrem Weg, ihren Rückschlägen und dem, was sie antreibt. Darin liegt auch ein Ansatz für Ihr nächstes Porträt. Wenn Sie verstehen, was jemanden beschäftigt, können Sie gezielter nach einem Ausdruck suchen, der etwas von diesem Menschen zeigt.

Stellen Sie sich vor, Sie fotografieren eine Sportlerin nach dem Training. Die Bewegung ist vorbei, doch Anspannung oder Erleichterung sind noch sichtbar. Nun müssen mehrere Entscheidungen zusammenpassen: Wie beginnen Sie das Gespräch? Wo steht die Person im Licht? Welcher Ausschnitt lässt ihren Ausdruck wirken? Das ist eine Übertragung des Gedankens aus dem Film auf eine eigene Fotosituation.

Genau für diese Arbeit mit Menschen ist der Nikon-School-Kurs „Portraitfotografie mit Krolop & Gerst“ relevant. Martin Krolop verbindet den Umgang mit dem Modell mit Posing, Kameraeinstellungen und Lichtgestaltung. Für Sie ergibt sich daraus ein konkretes Lernziel: den wahrgenommenen Ausdruck mit einer passenden fotografischen Gestaltung festzuhalten.

Der Kurs vertieft Porträtfotografie. Sein Anschluss an das Video liegt in der Aufmerksamkeit für die Person und in der Gestaltung ihres Bildes; die gezeigten Slow-Shutter- und Zeitlupentechniken sind Themen der Videografie. Wenn Sie den Porträtansatz zuerst praktisch ausprobieren möchten, beginnen Sie mit unserem Ablauf für eine ruhige Porträtsitzung.

IHR NÄCHSTER LERNSCHRITT

Aus einem beobachteten Ausdruck ein Porträt machen

Hat Sie am Film besonders der Blick auf die Sportlerin interessiert? Der Porträtkurs bietet einen nächsten Schritt für das Fotografieren von Menschen. Prüfen Sie bei Nikon School, wie die Inhalte zu Ihrem Vorwissen und Ihren geplanten Aufnahmen passen.

Kursinhalte bei Nikon ansehen Externer kommerzieller Link · Kursprogramm, Preis und Bedingungen auf der offiziellen Nikon-Seite.

Grundlage dieser Zusammenfassung sind die deutschen automatischen Untertitel des verlinkten Nikon-DACH-Videos. Die Zeitangaben führen zum Beginn der jeweiligen Passage. Namen wurden mit den Angaben auf der Videoseite abgeglichen; unklar erkannte Einzelwörter wurden nicht als gesicherte Aussagen übernommen.

Weitere Artikel lesen